Anzeige aufgrund Manipulation Semestertickets!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Anzeige aufgrund Manipulation Semestertickets!

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      Fallbeispiel: Person A besitzt ein abgelaufenes und manipuliertes ( Ablaufdatum abgekratzt) Semester-ticket. Dieses wird bei einer Kontrolle aufgrund von Manipulation einbehalten.
      A ist nicht vorbestraft.

      Das Strafmaß wird höchstwahrscheinlich eine Geldstrafe sein.
      Welche Kosten können auf A zukommen ( Gehalt 1700 Brutto).
      Kommt es in diesem Fall oft zu einer Anzeige von der Deutschen Bahn?
      Welche weiteren Strafrechtlichen Folgen können auf A zukommen?
      A war zu dem Zeitpunkt in Klinischer Behandlung - könnte dies Strafmildernd sein?
      Kann ein Anwalt helfen?


      Vielen Dank schon im Voraus!
      Ich freue mich über jede Antwort :)
    • Hallo Noname199X,

      nach Ihrer Schilderung hat A sich sowohl einer Leistungserschleichung nach § 265a StGB, als auch eines zumindest versuchten Betruges nach § 263 StGB strafbar gemacht. Die Taten stehen in Tateinheit.

      Wie hoch genau die Strafe ausfällt, kann ohne Kenntnis der genauen Umstände nicht gesagt werden. Allerdings wird bei einer Erstverurteilung in solchen Fällen üblicherweise eine Geldstrafe verhängt. Diese ermittelt sich nach § 40 StGB und beträgt wenigstens 5 Tagessätze und höchstens 360, wobei ein Tagessatz wenigstens 5 € und höchstens 30.000 € betragen kann. Das Gericht geht dabei vom täglichen Nettogehalt aus. Insofern kann die Höhe des Tagessatzes dadurch bestimmt werden, indem man das monatliche Nettogehalt durch 30 teilt.

      Zudem muss A bei einer Verurteilung noch die Verfahrenskosten und ggf. seine Auslagen tragen. Hinzu kommt noch das erhöhte Beförderungsentgeld der Deutschen Bahn.

      Ob die Deutsche Bahn hier Anzeige erstattet, muss abgewartet werden.

      Die Verurteilung wird auf jeden Fall ins Bundeszentralregister eingetragen und erscheint je nach Höhe dann auch im Führungszeugnis. Somit gilt A als vorbestraft. Dies kann sich bei einer späteren, erneuten Verurteilung strafschärfend auswirken.

      Weitere strafrechtliche Konsequenzen können etwa Maßregeln der Besserung und Sicherung sein nach § 61 StGB sein. Einen Katalog solcher Maßregeln findet sich in den §§ 63 - 70b StGB. Dies entscheidet das Gericht bei der Verurteilung.

      Die klinische Behandlung kann sich strafmildernd auswirken. Die Strafzumessung erfolgt stets auf den konkreten Einzelfall bezogen und muss tat- und schuldangemessen sein. Ohne genaue Kenntnis des Sachverhaltes lässt sich hier wenig konkretes sagen.

      Es empfielt sich in Strafverfahren immer, einen Strafverteidiger aufzusuchen. Dieser hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit Gerichten und der Verfahrensführung. Bevor man sich vor Gericht um Kopf und Kragen redet, sollte die Aussage lieber mit einem Verteidiger abgestimmt werden. Daher sollte sich auch A mit einem Verteidiger in Verbindung setzen.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen.
      Da es sich in Rechtsangelegenheiten empfielt, einen Anwalt zu befragen, können Sie gern unter der Telefonnumer 0345 292670 einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren. Unser kompetentes und erfahrenes Team von Rechtsanwälten und Steuerberaten nimmt sich Ihrer Sache gern an. Wir sind bundesweit für Sie tätig. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite halle.law.