Bürge hat gezahlt!

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    • Bürge hat gezahlt!

      Hallo zusammen!
      Ich hatte vor langer Zeit einen Kredit in Höhe von 20.000 DM ( zu der Zeit unsere Währung) aufgenommen und monatlich bezahlt.
      Am Jahresende hatte ich allerdings mehr auf dem Konto als zu Jahresbeginn.Mir wurde mitgeteilt,dass ich hauptsächlich Zinsen tilge,woraufhin ich die Zahlungen eingestellt hatte.
      Der Bank hatte ich mitgeteilt,dass ich erst wieder zahle,wenn die Zahlungen nur die Hauptforderungen betreffen.Der Kreditvertrag wurde natürlich von der Bank gekündigt.
      Die Jahre vergingen und die Zinsen stiegen.Mittlerweile ist es so,dass mein Bürge belangt wurde und er sich mit dieser Treuhand geeinigt hat.
      Es wurden 10.000 € vom Bürgen überwiesen und damit hat es sich erledigt.Allerdings nur für meinen Bürgen.Von mir werden 29.000 € verlangt.
      Nun meine Frage; Ist das rechtens oder hätte man mich auch aus dem Kreditvertrag rauslassen müssen?
      Würde mich freuen,wenn jemand einen Rat für mich hat! Danke
    • Hallo Lichtgestalt,

      grundsätzlich führte die Kündigung des Darlehensvertrages durch die Bank dazu, dass die gesamte Darlehensforderung mit einem mal fällig wurde. Sie hätten also ab diesem Moment das gesamte Geld zurück zahlen müssen. Da Sie dies verweigerten, hat sich die Bank an Ihren Bürgen gewandt und sich mit diesem geeinigt. Das führt aber nur dazu, dass der Bürgschaftsvertrag zwischen der Bank und Ihrem Bürgen erfüllt ist.

      Bei dem Bürgschaftsvertrag nach § 765 BGB handelt es sich um einen eigenständigen Vertrag zwischen Bürgschaftsgeber (Ihr Bürge) und Bürgschaftsnehmer (hier die Bank). Der Bürge erklärt dabei, dass er die für Forderung, auch als Hauptforderung bezeichnet, eines Dritten (hier Sie) in gewissem Umfang einsteht. Dabei kann er selbst entscheiden, wie groß dieser Umfang ist. Wenn der Dritte dann die Forderung nicht ausgleicht, also z. B. den Kredit nicht mehr bedient, dann kann unter gewissen Umständen vom Bürgen das Geld gefordert werden. Dieser muss dann im Umfang, der im Bürgschaftsvertrag festgelegt ist, zahlen. Dies wird auf die Hauptforderung angerechnet. Wenn diese dann nicht vollständig ausgeglichen ist, dann muss der Schuldner der Hauptforderung den Restbetrag zahlen.

      Da in Ihrem Fall der Bürge nicht die gesamte Forderung der Bank gegen Sie erfüllt hat, ist weiterhin ein Restbetrag offen. Dieser wäre dann von Ihnen an die Bank zu zahlen.

      Insofern ist nach Ihrer Schilderung wohl alles rechtens abgelaufen. Allerdings kann Genaueres nur bei vollumfänglicher Kenntnis des Sachverhaltes gesagt werden. Ich hoffe, es war trotzdem hilfreich.
      Da es sich in Rechtsangelegenheiten empfielt, einen Anwalt zu befragen, können Sie gern unter der Telefonnumer 0345 292670 einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren. Unser kompetentes und erfahrenes Team von Rechtsanwälten und Steuerberaten nimmt sich Ihrer Sache gern an. Wir sind bundesweit für Sie tätig. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite halle.law.
    • Vielen Dank für die Antwort.Die Bank hat unsere Naivität und Dummheit damals ausgenutzt
      Die Bürgin war nur zufällig mit beim Abschluss des Kreditvertrags und sollte (laut Bank) als Zeugin unterschreiben.Die Bürgin war zu der Zeit 18 Jahre alt und arbeitslos,was im Vertrag vermerkt wurde.
      Ich war zwei Tage nach dem Erhalt des Geldes wieder bei der Bank und wollte es zurückzahlen und somit den Vertrag rückgängig machen,was mir von der Bank verwehrt wurde.
      Man sagte mir,dass ich mich jetzt an den Vertrag halten muss und ich könnte es nicht aufeinmal zurückzahlen,da ich in festgelegten Raten zahlen müßte.
      Wenn eine sofortige Rückführung möglich gewesen wäre, hätte ich dann anstatt 20.000 DM, 27.000 DM zahlen müssen.
      Hinterher habe ich erfahren,dass ich die ersten drei Raten nicht zahlen sollte,dann wäre der Vertrag gekündigt worden und ich hätte alles aufeinmal zurückzahlen können.
      Hat mir natürlich von der Bank keiner mitgeteilt.Meine Unwissenheit! Danke nochmals für Ihre Antwort.