Publikationsrecht, Persönlichkeitsrecht in einer öffentlichen Publikation (Buchprojekt)

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    • Publikationsrecht, Persönlichkeitsrecht in einer öffentlichen Publikation (Buchprojekt)

      Einen schönen guten Tag, ich bin Manuela und bin neu hier. Im voraus vielen lieben Dank für eventuelle (hoffentlich hilfreiche) Antworten auf meine Fragen.

      Wir stehen kurz vor der Veröffentlichung eines kleinen Buchprojektes - Es geht um die authentische Geschichte eines Heimkindes, der Betroffene ist Co-Autor des Werkes. Die Veröffentlichung erfolgt kostenlos für den Leser über die eigene Internetpräsenz. Der Betroffene hat in seiner Kindheit vielfältigen Missbrauch erfahren, physisch, psychisch, sexuell und wurde Zeuge eines möglicherweise fahrlässigen Tötungsdeliktes. All dies möchte er Veröffentlicht wissen, daran besteht - es handelte sich um staatliche und kirchliche Einrichtungen - sicher ein öffentliches Interesse. Die Einrichtungen, in denen er seine Erfahrungen sammeln musste, werden offen benannt (Name, Ort). Namen von anderen Kindern, die als Zeitzeugen zur Verfügung stehen, wurden im Text geändert (auf deren ausdrücklichen Wunsch hin). Der Betroffene kann sich nur noch an 3 Namen von Verantwortlichen innerhalb der Einrichtungen erinnern - und dies nur mit den Vornamen bzw. Ordensnamen (Schwester X, Y und Z) erinnern, diese werden in der Veröffentlichung benannt. Einige Klarnamen konnten recherchiert werden, diese werden jedoch im Buch nicht genannt. Alle relevanten Ereignisse liegen über 40 Jahre zurück, es ist nicht beabsichtigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Mögliche Straftaten sind verjährt.

      Meine Frage ist wohl klar: Welche Rechtsvorschriften sprechen gegen eine Verwendung der Ordensnamen und Benennung der verantwortlichen Einrichtungen bzw. deren Träger?

      Welche Konsequenzen hat der für die Publikation verantwortliche Betroffene zu befürchten?

      Da es sich um kein kommerzielles Projekt handelt, suche ich kostenfreie Rechtsberatung. Ich hoffe ich finde hier Hilfe.

      Lieben Dank!
    • Hallo Manuela Schmitz,

      grundsätzlich hat das BVerfG in seiner Esra-Entscheidung anerkannt, dass die Kunstfreiheit des Art. 5 Abs. 3 GG unter gewissen Umständen hinter das Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG zurück tritt und hat damit das Verbot der Publikation des Romans "Esra" von Maxcim Biller bestätigt. Allerdings wurde in diesem Roman die Libesbeziehung Billers zu einer Ex-Geliebten sehr detailiert geschildert, was einen Eingriff in die Intimssphäre darstellte. Allerdings hat das BVerfG auch eingeräumt, dass hier ein Ausnahmefall vorliegt. Grds. kann sich der Autor oder Co-Autor eines Buches auf die Kunstfreiheit berufen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass nur nachweislich wahre Tatsachen genannt werden.

      Grds. kann es passieren, dass die betroffenen Einrichtungen und Personen gegen die Veröffentlichung des Buches vorgehen. Inwieweit ein solches Vorgehen Aussicht auf Erfolg hat, lässt sich ohne Kenntnis des Buches und einer umfassenden und zeitaufwendigen Analyse des Inhaltes des Buches anhand der Rechtsprechung nicht beurteilen.

      Ich hoffe, ich konnte helfen.
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